Mitglieder unterwegs im Februar 2018
Karneval 2018 einmal anders

Dem Karneval in Nordrhein-Westfalen zu entfliehen ist keine leichte Sache. Doch der Versuch war es wert. Drei Romanti©ker Ehepaare verbrachten gute Tage über die „Tollen Tage“ hinweg in dem geschichtsträchtigen Hotel mitten in Osnabrück, direkt gegenüber dem Rathaus.

Allerdings fand am „Ossensamstag“ der Karnevalsumzug mit weit über 10.000 Besuchern statt. Doch wir Flüchtlinge waren gewarnt und konnten ausweichen, jedoch der enormen Geräuschkulisse nicht ganz. 

An den drei Tagen wurden wir von der Küche außerordentlich gut verwöhnt. Besonders angetan waren wir von dem sanft gegarten »Rinderfilet aus dem Hold-o-mat an Trüffeljus mit Wintergemüse und Rosmarinkartoffeln«. Erwähnt werden sollte auch der sehr aufmerksame und zuvorkommende Service! 

„Darf ich Ihnen unsere »Olle Use« zeigen?“, fragte uns der Hausherr Andreas Bernard, als er sich an einem Abend zu uns an den Tisch setzte. Gelesen hatten wir den Namen schon, aber keine konkrete Vorstellung von dem, was sich dahinter verbirgt. Und er berichtet nicht ohne erkennbaren Stolz von seiner »Ollen Use«. Nach neunmonatiger Umbauphase wurde die Osnabrücker Traditionskneipe wieder eröffnet. Wir sehen Fotos, die nachvollziehen lassen, wie viel Mühe und mit welch großer Liebe zum Detail das Alte hier zu neuem Leben erweckt wurde. Im Erdgeschoss befindet sich eine Kneipe mit Hochtischen, an denen neben Getränken nur Currywurst und Pommes serviert wird und in der ersten Etage ein Restaurant mit einer etwas anderen Speisekarte. 

Zu einem gepflegten Pils gehört ein schmucker Bierdeckel. Hier erwartet uns in der «Ollen Use« eine gastronomisch kommunikative Besonderheit. Ein Bierdeckel, der auf der einen Seite das zeitgemäße und kommunikationsfreudige USE DU und auf der anderen Seite das USE SIE zeigt. Der Gast entscheidet je nach Wendung, wie er angesprochen werden möchte. Und: Beides ist absolut in Ordnung! 

Auf die Frage, was denn »Olle use« heißt, weiß der rührige Hotelier Folgendes zu berichten:

„Von den Osnabrücker Laischaften wurden ab Mitte des 16. Jahrhunderts Rundgänge entlang der Laischaftsgrenzen durchgeführt. Man ging die Grenzverläufe zu den anderen Laischaften, nach außen zur Stadtgrenze der Landwehr ab und auch Dämme wurden kontrolliert. Dabei wurden den mitgenommenen 12jährigen Jungen die Grenzverläufe für immer und ewig klar gemacht. An bestimmten markanten Grenzmarkierungen, die man sich gut merken konnte, wurde angehalten. Die Aufforderung „Kikes dat is“ (Sieh her, das ist es) wurde mit einer spürbar schallenden Ohrfeige auf die Wange und dem weiteren Spruch „Olle use“ (Alles unser) nachdrücklich dem Gedächtnis des geschlagenen Jungen eingeprägt, was der Laischaft gehört. Danach wurde ausgiebig gefeiert.“ 

Fazit unseres Aufenthaltes im Walhalla: Absolut empfehlenswert! 

Wilhelm H. Heidemann, Wesel

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