"Heideblüte in Faßberg-Müden"
Gästekreistreffen in Niemeyer’s Romantik Posthotel vom 16. -19. August 2019

Am Nachmittag des 16. August fanden sich die bereits am Vortag angereisten Teilnehmer mit den gerade angekommenen Romantikern im wunderschönen Garten des Posthotels zu einer gemütlichen Runde zusammen. Auch Roswita und Axel Bettels aus dem nahen Großburgwedel schauten vorbei und wurden natürlich freudig begrüßt. In fröhlicher Runde verging der Nachmittag, und er endete schließlich bei einem Glas Sekt mit der offiziellen Begrüßung und der Vorstellung des Hauses durch den Gastgeber, Herrn Niemeyer. In der Lönsstube wurde uns danach das Abendessen, bestehend aus einer Müdener Hochzeitssuppe (sehr lecker!) und diversen rustikal servierten deftigen Heide-Schmankerln. 

Der nächste Morgen begann für uns mit einer Rätselfrage: Besuch der Isernhatsche – was ist das denn? Knappe Antwort unserer Schirmherrin Doris Rohde: „Das kann man nicht beschreiben, das müsst ihr sehen“. Und so war es auch. Der Bus brachte uns zu einem großen etwa hundert Jahre alten Anwesen mitten im Wald. Dieses wurde nach wechselhafter Geschichte und Nutzung 1986 von Herrn Schulz-Ebschbach von der Fa. Reemtsma erworben und danach umgestaltet zu einem wirklich kaum zu beschreibenden Gesamtkunstwerk und Kuriosum aus Park, Sammlungen, Kitsch, Kunst, künstlichem Vulkan, Sinnsprüchen und, und, und immer noch mehr. Alles anzuschauen war für uns unmöglich. Schließlich besichtigten wir noch das Wohnhaus mit Barock-, Jagd-, Vierjahreszeitenzimmer und Siegelsaal. Auch dieses Haus ist voller kurioser, z.T. auch kunstvoller Einrichtungen und Gegenstände. Besonders sticht dabei ein aufwändig gestalteter Sitz-Sarg hervor (richtig gelesen!). Diesen hat der Hausherr für sich selber fertigen lassen. 

Nach dem uns fast überfordernden Besuch ging es zurück ins Hotel, um am Nachmittag im dörflichen Bauernhof-Café Müller Schün die ganz hervorragende Buchweizentorte zu genießen. (Da müsste ich öfter mal hin!). 

Zum Abend verwöhnte uns dann Herr Niemeyer. In dem zum Hotel gehörigen historischen Speicher bereitete  er und ein Mitarbeiter seine Grillspezialitäten. Dazu gab es Salate und die Verkostung diverser Biere und bierhaltiger Getränke seiner Stammbrauerei. Der Abend entwickelte sich dann bald zu einem ausgelassenen Rudelsingen. Unsere unglaublich agile Schirmherrin Doris Rohde hat uns immer wieder animiert und mit Heidegeist befeuert. Erstaunlich war, wie viele der vergessen geglaubten Texte und Melodien der Lieder unseren jungen Jahre aus den Tiefen unserer Erinnerung wieder hervor gekramt werden konnten. Der Abend war wirklich prima! 

Der Morgen des 18. August empfing uns leider mit Regen und das vor den geplanten Dorfrundgang. Nach dem Start trennten sich schon bald die Wasserscheuen (ich auch) von den Tapferen. Die etwas feuchten Rückkehrer berichteten aber sehr positiv von ihrer Tour. Wir Abweichler haben da wohl etwas verpasst. Nun ja, wir trösteten uns, wir sind ja trocken geblieben. 

Eine warme Suppe half gegen das feuchte Wetter bevor uns der Bus zur Planwagenfahrt durch die dieses Jahr besonders schön blühende Heide brachte. Der Planwagen war überdacht, die Pferde wurden eingespannt, und los ging es. Bei Regen und guter Stimmung erzählte der Kutscher uns von der Heide, über ihre Entstehung und über die notwendige Pflege, damit die Reste dieser früher viel größeren Kulturlandschaft nicht „verbuschen“ und sich wieder zu Wald zurück entwickeln. 

Ergänzt wurden diese Eindrücke durch den anschließenden Besuch der Heidschnucken-Schäferei Niederohe. Wir erlebten wie der Schäfer, Herr Kuhlmann und seine beiden Hunde, ca. 900 blökenden Schnucken von der Heide in den Ferch trieb. Der Lärm, den die vielen Schafe machten war beträchtlich. Jedoch nach wenigen Minuten war es mit einem Mal still – zu unserem Erstaunen war kaum mehr etwas zu hören. Bei einer Tasse Kaffee, serviert von Frau Kuhlmann, klärte ihr Mann uns auf. Das Blöken der Schafe dient dazu beim Laufen den Kontakt zwischen Mutterschaf und Lamm zu halten. Sobald alle im Ferch wieder zueinander gefunden haben ist Ruhe. Dann berichtete der Schäfer über seine Probleme mit Wölfen und dass sein Betrieb wirtschaftlich auf drei Beinen steht: Einnahmen aus Zucht und Vermarktung der Schnucken, aus dem Honig von den Bienenvölkern und Subventionen für die Landschaftspflege der Heide. Dazu kommen noch geringere Einkünfte durch Tourismus und etwas konventionelle Landwirtschaft. Mein Eindruck: Mit dem Ehepaar Kuhlmann haben wir modern wirtschaftende Landwirte erlebt. Für Schäferromantik ist da wohl kein Platz mehr.

Nach der Rückfahrt zum Hotel galt es sich auf den letzten etwas festlicheren Abend vorzubereiten. Der begann traditionell mit einem Sektempfang. Danach haben wir in  fröhlicher Runde  ein 5-Gänge-Menue genossen. Der Höhepunkt war dann der hervorragende Heidschnucken-Braten. Wir haben das Essen und den Abend ausgiebig genossen und Schirmherrn sowie Schirmdame dankten den Gastgebern, dem Service und der Küche mit großem Lob für die sehr gute Bedienung und die tollen Speisen. Natürlich wurde für das gesamte Team ein ordentliches Trinkgeld im Gästekreis Glasgefäß überreicht.

Besonderer Dank gilt auch den Organisatoren (wir nennen sie Schirmherren) Doris und Wolfgang Rohe sowie Walter Simon für die Vorbereitung und Durchführung dieser Romantik-Gästekreis-Veranstaltung.

Frank Czerwinski, Unna        (Text und Fotos)  

ROMANTIK Gästekreis e.V.
Kaiserstr. 53
60329 Frankfurt
Telefon: +49 (0) 69/66 12 34-0
Telefax: +49 (0) 69/66 12 34-56
E-Mail: info@romantik-gaestekreis.com
Impressum
Datenschutz
Datenschutz-Einstellungen