Eine „Wallfahrt“ der Romantiker nach Neuburg-Bergen
Eine sommerliche Zeit im RH“ Zum Klosterbräu“ in Neuburg an der Donau vom 24.06. bis 26.06.2019

Das Romantikhotel „Zum Klosterbräu“, von außen bescheiden und einem „Pilgerhaus“ angemessen, beim Betreten öffnet sich rund um den grünen Innenhof ein Ensemble von Wirtsstuben und Gesellschaftsräumen, kreuzgangähnlich, und führt im Anschluss weitläufig  zu den Zimmern und dem im großzügigen Klostergarten liegenden Wellnessbereich, Frösche inklusive. Ein wahrliches Traditionshaus: Das Klosterbräu feiert 2019 ein bemerkenswertes Doppeljubiläum: 300 Jahre Verleihung des Wappens und 275 Jahre Familie Böhm, nunmehr in zehnter Generation im Klosterbräu als Wirtsfamilie und Gastgeber tätig. 

Der Schirmherr Reinhold Kessler erinnerte bei seiner launigen Begrüßung am Sonntag an das langjährige Gästekreismitglied Ingeborg Prüfer, die im letzten Jahr verstorben ist. Sie wollte immer gern, dass hier im Klosterbräu ein Gästekreistreffen mit einem Konzert in der benachbarten Kirche stattfindet. Die Schirmherren haben bei der Programmplanung diesem Wunsch Rechnung getragen; es gab auch ein Konzert! Aber der Reihe nach…

Es war uns gegönnt, wirklich jeden Abend bei angenehmen Temperaturen die Menüs „im Freien“ im Innenhof einzunehmen. Der erste Abend stand dabei ganz unter dem kulinarischen Einfluss Bayerns, musikalisch begleitet durch eine gut gespielte steirische Harmonika. Ein durchaus munterer Abend mit guten Gesprächen und bei ebenfalls guten Weinen.

Montag früh, gut gestärkt durch ein reichhaltiges Frühstück, eingenommen in der „Malztenne“, brachte uns der Bus nach Neuburg zu einer geführten Stadtbesichtigung auf den Spuren des Markgrafen Ottheinrich von Pfalz-Neuburg. Ein gewichtiger Landesfürst, er wog angeblich 200 Kilo, war weit gereist – bis ins Heilige Land – und dank seiner Bauleidenschaft hoch verschuldet. Immerhin verdanken wir ihm den weltweit ersten Neubau einer evangelischen Kirche, die 1543 fertiggestellte Schlosskapelle. Seine Zeit als Kurfürst währte nur drei Jahre, sein Wirken allerdings hat Spuren hinterlassen, an denen wir uns heute noch erfreuen können.

Am Nachmittag hatten die Romantiker ein kulturelles Heimspiel, die Besichtigung der Wallfahrtskirche direkt „nebenan“ zum Klosterbräu stand an, ein Rokokokleinod rund um die Reliquie des Heiligen Kreuzes, basierend auf einer romanischen Kirche eines Benediktinerklosters aus dem zehnten Jahrhundert. Als Zugabe kamen wir dann in den Genuss eines nicht alltäglichen Konzerts mit Zither und Hackbrett, trefflich gespielt von zwei jungen Musikerinnen, Evi und Maria, und es wurden nicht nur Volksweisen vorgetragen, sondern auch Mozart ist durchaus tauglich für alpenländische Instrumente.

Wer wollte, konnte sich nach dem Programm des ersten Tages noch im denkmalgeschützten Klostergarten in den Fluten „abkühlen“, um dann frisch und erholt zum eleganten Menü zu erscheinen. Die Küche bot ihr Bestes und es war wiederum, aufmerksam betreut durch die Mannschaft des Restaurants, ein vergnüglicher Abend im Klosterbräu.

Und mancher hörte in der Nacht noch ein weiteres Konzert, diesmal dargebracht von den Fröschen aus dem Schwimmteich.

Am zweiten Tag, Dienstag, hieß es dann sehr früh „raus aus den Federn“, Abfahrt 8.30 Uhr, zum Jagdschloss Grünau, direkt im Auwald der Donau gelegen. Pfalzgraf Ottheinrich ließ das Schloss zu Ehren seiner Frau erbauen….was seiner ohnehin schon hohen Verschuldung sicherlich nicht guttat! Leider war nur eine Besichtigung von außen möglich. Dann ging es weiter „in die Neuzeit“. Eine Werksbesichtigung bei AUDI war der Hauptprogrammpunkt des Tages. Die Werksführung ermöglichte einen guten, interessanten Einblick in die Abläufe und Arbeitsbedingungen der Autoproduktion heutiger Tage, moderne Fließbandarbeit im Viererteam, ein großer Teil der Tätigkeiten wird mittlerweile aber auch vom „Kollegen“ Roboter erledigt.  Und dieser „Kollege“ erledigt klaglos seinen Aufgaben bei den sommerlichen Bedingungen, die die Werksführung begleitet haben.

Am Nachmittag war im Klosterbräu wieder ausreichend Gelegenheit zum Abkühlen, entweder im Wellnessbereich oder einfach im Schatten bei Kaffee und Kuchen.

Punkt 19 Uhr trafen wir uns dann zum fulminanten, kulinarischen Abschluss des Gästekreistreffens in „Baring“, so wird Neuburg-Bergen von den Einheimischen liebevoll genannt. Das Team rund um Familie Böhm hat sich für uns und das Gelingen des Abends ordentlich ins Zeug gelegt, um die musikalische Untermalung kümmerte sich auf sehr angenehme und unaufdringliche Weise Herr Lohse mit seinem Piano.

Die Romantiker*innen spendeten reichlich Applaus und Bares als Anerkennung für drei Tage Rundumversorgung. Einige von ihnen gönnten sich sogar noch ein bzw. zwei Tage Verlängerung im Klosterbräu in Bergen bei Neuburg an der Donau. Und sicherlich wird es aus dem Kreis der 22 Romantiker auch „Wiederholungstäter“ geben, die auf einen Abstecher in „Baring“ vorbei kommen werden.

Mechthild und Reinhold Kessler gebührt ein herzliches Dankeschön für dieses wirklich gelungene Gästekreistreffen! 

Birgit Kompa, Niedernhausen

 

Fotos:
Reinhardt Kurtz, Osthofen
Wilhelm Heidemann, Wesel
 
 
ROMANTIK Gästekreis e.V.
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