„As times goes by ...“ - ’Im Laufe der Zeit’ sind zwei weitere Jahre vergangen
Schirmherrentreffen des ROMANTIK Gästekreises im Romantik Hotel Friedrich von Schiller 6. bis 9. Juli 2018 in Bietigheim-Bissingen

Vorabhinweis:   Lesen Sie nur soviel Sie möchten! Aber der Platz auf der Website ist fast unbegrenzt, sowie unsere Eindrücke nach diesem Schirmherrentreffen. 

Nach der Wiederauflage der Tradition durch die Eheleute Kurtz im Jahre 2013, den Schirmherren der Gästekreistreffen in besonderer Weise Dank auszusprechen, fand  in diesem Jahr das dritte Treffen statt. Die „Oberschirmherrschaft“ übernahm dankenswerterweise Reinhold Kessler.

Traditionsgemäß fand die Begrüßung durch die Hausherrin Frau Regine Schork und dem Schirmherrn Reinhold Kessler bei Häppchen und Hausapértif statt. Frau Schork sprach über interessante Details aus der Geschichte des Hauses und über den Gasthausnamen Friedrich von Schiller. Friedrich von Schiller, der Dichter der Freiheit, ja der Apostel der Freiheit stand für das Streben nach politischer und persönlicher Freiheit. Studenten und andere junge Männer suchten in jener Zeit räumliche Möglichkeiten, um ihre Meinungen auszutauschen und dem Drang nach Selbstbestimmung nachzukommen. Gelegenheit dazu fanden sie in Wirthäusern, die eben diesen Namen trugen. Die Wirtsleute verwandten die Bezeichnung wie einen Decknamen, um so bei der Obrigkeit nicht aufzufallen. (Lesen Sie hierzu bitte die interessanten Ausführungen unseres Vizepräsidenten, Bernfried Wieland, zum Ende dieses Beitrages!)

Dem im Hause ausliegenden Bändchen: Gebrauchsanweisung für Schwaben, konnte eine weitere Besonderheit dieses Romantik Hotel entnommen werden. „Kein Wunder, daß in dieser Stadt Legenden entstehen. Zum Beispiel: Die wichtigsten Entscheidungen träfen die Porsche-Strategen nicht im Zuffenhausener Hauptquartier, sondern bei Burkhardt Schork und dessen am Marktplatz gelegener Edelkneipe Friedrich von Schiller. Ja, wo denn sonst, wenn nicht unter dem Dach eines nach dem schwäbischen Dichterfürsten benanntes Lokals?“

Das »Regional Menu« bereitete der Chef des Hauses mit seinem Team für uns zu. Burkhard Schork gilt als Spitzenkoch und Buchautor – das Essen war vorzüglich. Der Kreis derer, die als Schirmherrinnen und –herren, sowie aus dem Präsidium nach Bietigheim gekommen waren, war sehr überschaubar. Man kannte sich und so kamen die Gespräche schnell in Gang.

Ungewöhnlich für Romantiker, gab es ein Abendprogramm. Ein Nachtwächter holte uns in traditionellem Gewand ab und führte uns durch die historische Altstadt. Natürlich wurden auch geschichtsträchtige Jahreszahlen genannt. Aber die Hinweise auf die Herkunft von Sprichwörtern lockerten die Informationen anschaulich auf. Der wusste viel Kurioses und Unheimliches zu berichten. Bei seinem Rundgang durch die Dämmerung gelangte er an manch unheimlichen Ort und erzählte von Hexen, Mördern und Brandstiftern.

Der Freitag stand unter einem besonderen Stern: Dem Mercedes Stern. Die Bedeutung des Sterns: »Der dreizackige Mercedes-Stern symbolisiert die Motorisierung zu Lande, zu Wasser und in der Luft (jeder Zacken ein Element). Gottlieb Daimler wollte Motoren für Autos, Schiffe und Flugzeuge bauen.« Das Mercedes-Benz Museum stellt als einziges Museum der Welt  die 130- jährige Geschichte der Automobilindustrie vom ersten Tag an lückenlos dar. Ein Aufzug brachte uns in 34 Meter Höhe und zurück in das Jahr 1886. Die Rundgänge führten uns in dem architektonisch spektakulären Gebäude durch die ereignisreiche Historie der Marke Mercedes-Benz – verbunden mit aufsehenerregenden Themen der Zeitgeschichte, vorbei an Supersportwagen, Silberpfeilen und Flügeltürern.

Das zweite Highlight des Tages war der Mittagslunch im VFB Club-Restaurant. Nach einem Salatteller gab es geschmälzte Maultaschen mit Kartoffelsalat und Bratjus. Die schmackhafte und sehr, sehr reichliche Portion war wohl eher gedacht als Mahlzeit nach einem harten Training auf den umliegenden Sportplätzen.

Das dritte gelungene Ereignis war die Weinprobe mit Winzervesper im GUSTO, bei Regine (Schork) in der alten Metzgerei. An einigen Details ist die alte Metzgerei noch zu erkennen. Hier haben die Inhaber ein weiteres Kleinod direkt neben ihrem Hotel geschaffen. Wenn man den differenzierten Informationen des Winzers Eberhard Klein aus Walheim mal nicht folgte, konnte der Blick über die vielen Kleinigkeiten im Raum folgen. Der Vesperteller mit hausgemachter Wurst stellte sich als gute Ergänzung des gesamten Arrangements dar. Der Begriff Gusto ist entlehnt aus dem Italienischen und bedeutet Geschmack. Geschmeckt hat’s und geschmacklich eingerichtet und dekoriert war’s auch!

Das tolle Wetter machte es zu vorgerückter Stunde möglich, auf der dem Haus vorgelagerten Terrasse mit Blick auf den Marktplatz noch einen (oder zwei) Absacker zu trinken, welche der Stimmung und des Running Gag’s »Herr Trollinger« und übergehend zu »Herrn Lemberger« sehr förderlich waren. 

Bevor darauf eingegangen wird, was die Gästekreismitglieder am heutigen Samstag erwartete, müssen einige Worte zu dem außergewöhnlichen Frühstück gesagt werden. Mit gutem Frühstück ist das nicht zu umschreiben. Diese Fülle an kleinen Leckrigkeiten in verschiedenster Herstellung ist wirklich etwas Besonderes. Selbstgemachte Wurst und delikate Salate und Weiteres kamen einer hervorragenden italienischen Antipasti gleich. Von den Käsesorten und den Müslis und dem Brot und und und erst gar nicht zu reden.

Schloss Ludwigsburg. Hier hatte der Schirmherr Reinhold Kessler eben nicht das vorgesehen, was erwartet werden konnte, sondern er hatte a) das Wetter bestellt und b) eine Führung durch die Barockgärten. Wieder etwas Besonderes. Die Führung übernahm Gärtnermeister Georg Walz, der im besten ROMANTIK Gästekreis-Alter, uns in sehr angenehmer Art und Weise die gesamte Anlage nahebrachte. Üppig blühende Blumenbeete, ein herrlicher Baumbestand und idyllische Wasserläufe geben ein beeindruckendes Beispiel von der Gartenbaukunst eines Barockgartens nach französischem Vorbild wieder. Neben den Informationen zu dem Garten, zu dem personellen und finanziellem Aufwand konnte Herr Walz seine Meinung über die momentane politische Situation in der Bundesrepublik mit Blick auf die Umwelt, auf die Verantwortung  des Menschen für die Schöpfung, auf die entstandenen Schäden für Mensch und Umwelt und auf die Risiken für Menschen, Tiere und Pflanzen, nicht verhehlen. Wir konnten ihm durchgängig beipflichten. Auch auf die Fragen der Teilnehmer, was denn im häuslichen Garten beim Einfall der Zünsler in dem Buchs oder beim Schneiden der Rosen zu beachten sei, antwortete er mit hoher Fachlichkeit und Geduld.

Der vorzügliche Mittagslunch im Parkcafé setzte einen erfreulichen Schlusspunkt an diese Exkursion.

Am Nachmittag erwartete uns auf der besonnten Marktplatz-Terrasse Kaffee und Kuchen. Hungrig waren wir nicht, aber der Leckrigkeit wegen wurde zumindest probiert. In lockerer Runde fand der Austausch über die bisherigen Erlebnisse, Begegnungen, Ereignisse, Erfahrungen zu diesem Treffen, aber auch über die Gästekreistreffen der letzten Jahre statt.

Das abschließende festliche Jahreszeitenmenu von Burkhard Schork und seinem Team war vorzüglich. Die Anwesenden zollten ihre Anerkennung und Dank durch ein deutlich zu vernehmenden „Mhm“ oder „Ahh“ aber auch mit durchformulierten Sätzen.

Herzlicher Dank ist aber auch dem sehr freundlichen und zuvorkommenden Servicemitarbeiterinnen und dem -mitarbeiter auszusprechen. Vom Frühstück bis zum abendlichen Absacker hatten sie immer ein freundliches und interessiertes Wort für uns Gäste.

Besondere Anerkennung geht an Reinhold Kessler für Planung, Durchführung und Begleitung dieses wunderschönen Schirmherrentreffens. Künftige Schirmherrinnen und –herren können sich schon jetzt auf die Teilnahme in zwei bis drei Jahren freuen. Das könnte und sollte einen Motivationsschub für die Schirmherrenschaften in den nächsten Jahren auslösen!

Birgit Kompa, Wiesbaden
Wilhelm Heidemann, Wesel

 

War „Friedrich von Schiller“ ein eifriger Gasthausgeher gewesen?

 

„Wir wollen sein ein einzig Volk von Brüdern…,

Wir wollen frei sein, wie die Väter waren,

eher den Tod, als in der Knechtschaft leben“

                                    ( Fr. v. Schiller, W. Tell)

Reist man als Tourist im Raum Stuttgart durch so schöne Orte namens Bietigheim, Besigheim, Bissingen usw. , so fällt einem auf, wie viele Gasthäuser in dieser Gegend den Namen „ Friedrich von Schiller“ tragen. Unwillkürlich fragt man sich, war Schiller ein eifriger Gasthausgeher gewesen oder gibt es eine andere Erklärung für die Fülle dieser Namensgebungen?

Zur Zeit Schillers regierte in Württemberg der Landgraf Carl Eugen absolutistisch mit den Methoden eines Polizeistaates. Viele Bürger wollten sich mit dieser Regierungsform nicht abfinden.

Unter den gegebenen Umständen war ein Aufbegehren gegen die Art der Herrschaft aber sehr schwer.

Um trotzdem ihren Freiheitswillen zum Ausdruck zu bringen, versammelte sich das liberale Bürgertum in Gasthäusern, die den Namen „Friedrich von Schiller“ trugen, der durch sein Werke und Philosophie zum Fackelträger einer neuen Werteordnung geworden war.

Die französische Revolution dämmerte bereits am Horizont.

Bernfried Wieland, Büdingen

 

 

Fotos:
Wilhelm Heidemann, Wesel
ROMANTIK Gästekreis e.V.
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Telefax: +49 (0) 69/66 12 34-56
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