Besuch im Wald-Wasser-Eisen-Land
Gästekreistreffen im Romantik-Hotel Neuhaus in Iserlohn vom 13. bis 16. August 2017

Bei einem Empfang am alten Dorfbrunnen im Garten des RH Neuhaus  im Ortsteil Lössel wurden 18 Gästekreismitglieder von der Inhaberfamilie herzlich begrüßt. Nachdem uns Herr Neuhaus zunächst etwas über die Geschichte des Hauses erzählt hatte, wurden wir in einem der vielen Stübchen des Restaurantkomplexes mit einem westfälischen Menü (als Hauptgang Rouladen mit Stielmus (auf  iserlohnerisch „Striepmus“ genannt) vorzüglich versorgt.

Am nächsten Morgen fuhren die Romantiker mit dem Bus ins Industriegebiet Iserlohn-Sümmern, in  dem einige weltweit agierende Firmen angesiedelt sind. Hier wurde die Firma  Dornbracht besichtigt, die Armaturen im High-End-Design herstellt. Beim Rundgang durch  die verschiedenen Betriebsteile konnten wir einen Eindruck darüber gewinnen, wie heutzutage Schweißarbeiten und Galvanik-Prozesse von Robotern durchgeführt werden.

Am beeindruckendsten war jedoch die Musterausstellung des SPA-Bereiches mit computergesteuerten Duscheinrichtungen, wo nicht nur zur jeweiligen Stimmung der passende Farbhintergrund, sondern auch verschiedene Duftstoffe mittels Tipptasten gewählt werden können. Aber wer kann sich schon einen „Duschtempel“ leisten, für den andernorts ein „Eckhaus“ zu bekommen wäre. Am Ende der Besichtigung stellten wir fest: „Schöner kann Wasser nicht fließen“.

Als Gegenstück dazu ging es anschließend zur historischen Fabrikanlage Barendorf. Im dortigen Cafe nahmen wir zunächst einen Imbiss zu uns, um danach vom Museumsleiter der Stadt Iserlohn persönlich durch das Nadelmuseum geführt zu werden. Er erzählte uns nicht nur spannende Geschichten rund um die Nadelherstellung, sondern präsentierte uns auch die historischen über 200 Jahre alten Maschinen in Aktion. Denn wer weiß schon, dass zur Herstellung einer einzigen Öhr-Nadel 114 Arbeitsgänge notwendig sind. Auch war die Nadelherstellung für Iserlohn ein wichtiger Wirtschaftszweig. So wurden doch in der „Hochzeit“ (um 1900) immerhin 1,2 Mrd. Nadeln p.a. hergestellt und in die ganze Welt exportiert.

Die  letzte Etappe an diesem Tag führte uns durch den herrlichen Iserlohner Stadtwald zum Danzturm, nicht nur DAS Wahrzeichen von Iserlohn, sondern vor allem bekannt als ehemalige optische Telegrafenstation, die Teil der 1833 eingerichteten Telegrafenlinie Berlin-Koblenz war. Unser Schirmherr, Frank Czerwinski, erläuterte uns hierzu detailliert, wie die  Nachrichtenübertragung im 19. Jahrhundert vonstatten ging. Während einige Fitnessbegeisterte sofort die Besteigung des 28 m hohen Turms in Angriff nahmen, konnten die übrigen Gästekreismitglieder auf der Terrasse des Cafés  „Zum Danzturm“ bei Kaffee und frischem Pflaumenkuchen den herrlichen Rundblick über Iserlohn und das Sauerland genießen. Danach ging es zurück ins RH Neuhaus im beschaulichen Dörfchen Lössel, wo der ein oder andere in dem wunderschönen Skulpturengarten schon mal einen Aperitif vorab genoss als Vorgeschmack auf das ausgezeichnete 4-Gang-Menü, das wir an diesem Abend im Kaminzimmer mit Blick auf den romantischen Garten einnehmen durften.

Am dritten Tag unserer  Reise durch  das „Wasser-Eisen-Land“ besuchten wir die Burg Altena, nahe von Iserlohn gelegen. Es ging mit dem Bus über die Ausläufer der Sauerländer Berge ins tiefe Lennetal nach Altena, um von dort mit dem Burgaufzug in den Innenhof der Burg zu gelangen. Dort besichtigten wir zunächst die vor rd. 100 Jahren errichtete weltweit erste Jugendherberge, durch die letztlich die Entwicklung des heutigen Herbergsnetzes eingeleitet wurde.

Im Anschluss ging es ins nahe gelegene Drahtmuseum, wo wir sogleich vom Museumsführer in Empfang genommen wurden. Unter dem Motto „Vom Kettenhemd zum Supraleiter“ erfuhren wir nun im Detail alles Wissenswerte zur Drahtherstellung. Es wurden uns nicht nur die Entwicklung der maschinellen Bearbeitung, sondern auch die Arbeits- und Lebensbedingungen von den Anfängen der Industriealisierung bis zur Neuzeit nahegebracht.

Nach dieser äußerst interessanten aber auch „schweren“ Kost fuhren wir zurück nach Iserlohn zur Dechenhöhle. Dort konnten wir uns bei erfrischenden Getränken und einer pikanten Kartoffelsuppe entspannen, bevor wir dann in der romantisch illuminierten Kanzelgrotte der Höhle bei äußerst niedrigen Temperaturen ein besonderes Klangkonzert genießen durften, und zwar Naturklangmusik von Günter Müller, bekannt als Höhlenmusik-Direktor. Er begeisterte sein Publikum mit einer Musik voller Harmonie und Wärme, virtuos vorgetragen auf Originalinstrumenten alter Musikkulturen.

Nach diesem „Ohrenschmaus“ ging es zurück ins RH Neuhaus, um in den schönen Zimmern oder auch der imposanten Wellness-Oase zu entspannen zur Vorbereitung auf den Höhepunkt des Tages, dem Gala-Menü. Und das übertraf dann auch voll und ganz unsere Vorstellungen. Zwischen den einzelnen 5 Gängen wurde uns zudem noch ein musikalischer Leckerbissen geboten mit klassischer und moderner Musik sowie einigen literarischen „Spitzfindigkeiten“ (= iserlohnerisch!).

Insgesamt bleibt festzuhalten:

Das Gästekreistreffen in Iserlohn war eine äußerst gelungene Veranstaltung, bei dem einfach alles gestimmt und sogar das Wetter mitgespielt hat. Hervorzuheben ist insbesondere die Betreuung durch die Inhaberfamilie des RH Neuhaus und des gesamten Serviceteams sowie der Schirmherren Rolf Neul und Frank Czerwinski.

Die zu Beginn von dem ein oder anderen Romantiker geäußerten Bedenken: „Iserlohn? Wo liegt das und was kann man da machen?“, konnten komplett zerstreut werden.

Deshalb: Iserlohn lohnt sich und wartet auf „Wiederholungstäter“.

Christa Schlünder, Iserlohn

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