Frühlingserwachen an der Mosel mit (Jugend-) Stil
40. Mitgliederversammlung des Gästekreises im Romantik Jugendstilhotel Bellevue vom 06.-09. April 2017 in Traben-Trarbach

Eingebettet in die Rheinland-Pfälzische Wein- und Flusslandschaft liegt die Doppelstadt Traben-Trarbach links und rechts der Mittelmosel. Seit jeher geprägt von Weinanbau und Weinhandel galt Traben-Trarbach als der bedeutendste Weinhandelsplatz nach Bordeaux weltweit, was bis heute prächtige Jugendstilbauten bezeugen.

So begaben sich die Mitglieder des Romantik Gästekreises anlässlich ihrer Mitgliederversammlung auf eine Zeitreise in das einzige Jugendstil Romantikhotel Deutschlands, um im wahrsten Sinne des Wortes die „Belle Epoque“ hautnah zu erleben. Im gleichnamigen Restaurant des Romantikhotels Bellevue begrüßten uns Inhaber und Direktor Herr Matthias Ganter und sein Stellvertreter, Romantik Botschafter Nils Georg am ersten Abend, an dem wir sogleich mit Blick auf die Mosel die ersten einheimischen Weine verkosten konnten. Das Hotel, erbaut nach den Plänen des bekannten Berliner Jugendstil-Architekten Professor Bruno Möhring, avancierte schon recht bald zur ersten Adresse an der Mosel. Nachdem so berühmte Zeitgenossen wie Freiherr von Richthofen oder Heinz Rühmann hier gerne zu Gast waren, so zeigte sich das „Bellevue-Team“ als aufmerksamer Gastgeber für uns Gästekreismitglieder mit seiner zuvorkommenden Gastfreundschaft und Gastlichkeit, als auch der Standort selbst eine Oase der Entspannung und Erholung bot.

Wenn man schon mal direkt an der Mosel wohnt, dann bietet sich natürlich eine Schifffahrt auf dem Fluss an. Ganz bequem vom Schiffsanleger direkt vor der Tür ging es am nächsten Morgen  mit der „Wappen von Cochem“ in Richtung Zeltingen bis zur Baustelle des Hochmoselübergangs. Mit der Hochmoselbrücke wird man in einigen Jahren eine der größten Brücken Deutschlands bestaunen können, unter der sogar der Kölner Dom Platz hätte. In einer Höhe von rund 160 Metern wird sich das Bauwerk 1,7 Kilometer lang über das Moseltal spannen und damit nicht nur den Hunsrück mit der Eifel verbinden, sondern großflächig sogar die belgischen/niederländischen Nordseehäfen mit dem Rhein-Main-Gebiet. Das Hotel-Team hatte uns natürlich nicht vergessen und einen Mittagsimbiss an Bord vorbereitet.

Nach der Rückkehr hatten wir dann Gelegenheit, uns Traben-Trarbach individuell zu erschließen, ein Städtchen voller Flair und Charme. Baudenkmäler aus der Jugendstilzeit wechseln sich bei unserem Bummel mit barocken und klassizistischen Bauten ab. Historische Wahrzeichen wie das Brückentor und die Burgruine Grevenburg prägen das Stadtbild, ebenso wie die kleinen verwinkelten Gassen.

Was wäre ein Besuch an der Mosel ohne eine Kellerführung mit dazugehöriger Weinprobe. Im Anbaugebiet des berühmten Mosel-Rieslings muss man die gelebte Winzertradition mit den eigenen Sinnen ergründen. So waren wir für den Abend in das Weingut Axel Emert zu Kellerführung, Weinverkostung und Winzervesper eingeladen. Der Hausherr selbst führte uns durch den in den Schieferfels geschnittenen Keller, an dessen Eingangsbereich wir von Tropfsteingebilden begrüßt wurden. Es folgte eine spannende Entdeckungsreise rund um den historischen Weinbau. In dem noch heute bewirtschafteten Keller sind sowohl traditionelle Fuderfässer als auch moderne Edelstahlbehältnisse zu besichtigen. Bei der anschließenden Weinverkostung gab es neben trockenem und feinherbem (neu für halbtrocken) Riesling auch einen „Rotling“ zu probieren. Ein Rotling ist ein Wein, der aus einem Verschnitt von roten und weißen Trauben bereitet wird. Er ähnelt farblich dem nur aus roten Trauben gekelterten Roséwein und wird fälschlicherweise oft mit diesem gleichgesetzt und verwechselt. Zur Stärkung folgte dann die Winzervesper mit moselländischen Spezialitäten.

Der Samstagvormittag war der ordentlichen Mitgliederversammlung vorbehalten, der 40. seit der Gründung des Gästekreises! Satzungsgemäß standen Neuwahlen für den Präsidenten und eines Beisitzers an. Einstimmig wiedergewählt und damit in ihrem Wirkungskreis für die geleistete Arbeit im Amt bestätigt wurden Dr. Klaus Groß als Präsident und Frau Dr. Ingrid Wieland als Beisitzerin. Herzlichen Glückwunsch und ein großes Dankeschön für die ehrenamtliche Tätigkeit in unserem Gästekreis möchten wir auf diesem Weg an alle Vorstandsmitglieder aussprechen. Mit der Übergabe des „Erinnerungsbaumes“ – einem asiatischen Zierlorbeer – an den Romantik Botschafter des Hotels, Herrn Georg, war dann der „offizielle“ Teil beendet.

Nach einem Mittagsimbiss machten wir uns dann auf den Weg in die Traben-Trarbacher „Unterwelt“. So nennt man hier das Netz aus historischen Schiefer- und Sandsteinkellern, durch die wir teils im mystischen Halbdunkel geführt wurden – eine spannende Entdeckungsgeschichte des Weinbaus und der alten Kellertechnik zur Bereitung des edelsten Weines der Welt, des Rieslings. Wegen der gestiegenen Nachfrage nach diesem Rebensaft mussten im 19. Jh. die Lagerkapazitäten vergrößert werden, so dass diese Art von Kellern entstanden. So präsentiert sich der Keller im Moselschlösschen in effektvoll-ästhetischer Beleuchtung als ein wahres Schmuckkästlein profaner Weinkeller-Architektur - für Feierlichkeiten besonderer Art bestens geeignet. Und wer sich traut, kann sich im Brückenkeller der Moselbrücke auch trauen lassen. Und nun kommt’s: Wenn es draußen richtig kalt wird, öffnen die Winzer im Dezember ihre unterirdischen Tore und entführen die Gäste in die wohltemperierten und romantisch ausgeleuchteten, großen ehemaligen Weinkeller der Stadt zum „Mosel-Wein-Nachts-Markt“.

Den Abschluss des Gästekreistreffens bildete traditionsgemäß der Galaabend, der im Restaurant „Belle Epoque“ mit einem historisch unterhaltsamen 4-Gang Gourmetmenü mit korrespondierenden Moselweinen stattfand. Den besonderen Dank der Teilnehmer an das Bellevue-Team überreichte unser wiedergewählter Präsident Dr. Klaus Groß in Form einer gut gefüllten Romantik-Schale. Die persönliche Betreuung und ständige Präsenz des Romantik-Botschafters des Jugendstilhotels Herrn Nils Georg möchten wir an dieser Stelle nochmals besonders hervorheben. Mit seiner lockeren und kompetenten Art hat er sicherlich mit großem Anteil zum Erfolg der Veranstaltung beigetragen. Herzlichen Dank im Namen aller Teilnehmer.

Es kommt einem kleinen Wunder gleich, dass das Hotel zwei Weltkriege und dem Renovierungseifer der Nachkriegsjahre wie in einem Dornröschenschlaf schadlos überstanden hat – und nun auch noch den Besuch der 46 Romantik-Gästekreismitglieder!

Ursula und Heinz-Peter Gerber, Holle

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